...all das, was er schon immer loswerden wollte.

Was ist Ihnen völlig Egal?

Was ist Ihnen völlig Egal?

 Bei einem Abendessen letzte Woche stellt mir meine Tochter wieder einmal eine ihrer völlig spontanen Fragen. Dieses Mal war es: 

 „Papa, was ist Dir völlig egal?“ 

 

Äh... ja... was ist mir egal? Eine gute Frage. Ich konnte sie nicht spontan beantworten. 

 

„Die Farbe der Kühlschranktür?“, fragte sie nach. „Nein, da schaue ich jeden Tag mehrmals drauf, nicht egal“, war meine Antwort.

„Das Wetter morgen?“ „Nein, ich will laufen gehen, das ist mir nicht egal“.

„Was der blöde Junge in der Schule zu mir gesagt hat?“ „NEIN, das ist mir bestimmt nicht egal. Was hat er denn gesagt?“

"Was Deine Kunden machen?“ „Oh nein, auch das ist mir nicht egal.“

„Was andere über Dich denken?“ „Hm, das sollte es mir vielleicht, ist es aber nicht.“

 

„Aber was ist Dir denn jetzt völlig egal?"

 

Mir fiel nichts ein. Später habe ich über die Frage nochmals nachgedacht. Da erinnerte ich mich an einen Kunden, der im Gespräch meinte, dass es ihm völlig egal sei, was sein Mitarbeiter in seiner Freizeit mache. Als ich ihn fragend anschaute, kam der Zusatz: „Na ja, solange er nicht mein Unternehmen schädigt.“ Also war es ihm doch nicht egal. 

 

Mir hat die Frage gezeigt, dass ich mich offensichtlich mit wenigen Dingen beschäftige, die mir völlig egal sind. Das gefällt mir. Denn wenn uns etwas nicht egal ist, dann hat es doch Bedeutung. Vielleicht geben wir einigen Dingen in unserem Alltag eine zu große und anderen eine zu geringe Bedeutung. Das mag sein. Aber es hat eben eine Bedeutung für uns und für unser Leben. Denn unser Leben sollte uns nicht egal sein. 

 

Fällt Ihnen spontan etwas ein, dass Ihnen völlig egal ist? Nein? Das ist gut. Ich wünsche Ihnen eine Woche, in denen Ihnen nichts völlig egal ist. 

 

 

P.S. Das Bild zeigt wieder einen Platz, an dem es sich miteinander sprechen lässt. Gesehen in Motovun, einem schönen Ort in Kroatien.  

 

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 3: Ihr Erfolg

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 3: Ihr Erfolg

Gespräche mit meinen Kunden zu führen, ist ein immer wichtigerer Bestandteil meiner Leistungen – wenn nicht sogar der wichtigste! Was dies genau für meine Gesprächspartner bedeutet, wie es funktioniert und warum es funktioniert – das möchte ich Ihnen in dieser dreiteiligen Blogreihe erklären.

Und was liegt näher, als dieses Thema im Rahmen eines Gesprächs anzugehen? Deshalb habe ich mit dem PR-Journalisten Frank Beushausen ein Interview geführt, das Ihnen die Facetten des Gesprächs näher bringen soll. Im 1. Teil sprachen wir darüber, was der Kunde davon erwarten kann, mit mir ein Gespräch zu führen. Im 2. Teil widmeten wir uns der Frage, aus welchen Anlässen heraus meine Kunden mit mir sprechen. Den Abschluss der Interviewreihe bildet die Orientierung am Erfolg unserer Gespräche: Wie haben Kunden die Gespräche erlebt, und was haben sie daraus nachhaltig mitgenommen? 

Herr Hagen, wie oft müssen Sie mit Ihrem Kunden ein Gespräch führen, damit es „Früchte trägt“?

Auch wenn es nicht gerade die Regel ist, so gab es tatsächlich einen Unternehmer, der mir schrieb: „Nach nur einem Gespräch mit Ihnen habe ich mein Leben verändert!“ Hier hat tatsächlich bereits ein einziges Gespräch große Wirkung gezeigt. Dieser Herr hat nicht im Unternehmen vieles verändert, sondern auch gesundheitlich und in Bezug auf das Gesamtbefinden einen großen Schritt gemacht.

Es kann aber auch sein, dass ein signifikanter Fortschritt erst im Laufe von zwei bis drei Jahren eintritt – abhängig davon, wie tiefgreifend der Veränderungsdruck ist, wie motiviert die Person ist, notwendige Maßnahmen anzupacken und umzusetzen oder ob plötzlich andere Themen dringlicher sind und das vereinbarte Ziel zunächst in den Hintergrund rückt.

Andererseits geht es ja auch nicht immer um den großen Knalleffekt: Wie schon erwähnt brauchen viele Unternehmer einfach einen Außenstehenden mit genug Einfühlungsvermögen, um sich mit ihm auf Augenhöhe zu unterhalten. Hierfür sind die Menschen im eigenen Umfeld entweder zu nah dran oder zu weit weg. Die Möglichkeit, mich jederzeit anzusprechen, gibt meinen Kunden ein Stück Verbundenheit und Sicherheit zurück, weil sie eben nicht „einsam an der Spitze“ sind.

Sind Sie mit einem Kunden auch schon mal mit einer Unstimmigkeit auseinandergegangen?

Ja, ganz sicher. Aber das ist völlig normal, weil ich mich nicht verpflichtet fühle, jede unternehmerische Einstellung meines Gegenübers zu teilen oder damit einverstanden zu sein. Und ich habe gelernt, zu akzeptieren, dass verschiedene Auffassungen nebeneinander existieren können – und sollen. Das ist das Schöne am Gespräch: Hier können und dürfen beide ihre Meinungen äußern, während ich mich beim Coaching sehr zurücknehmen und neutral bleiben sollte.  

Und was motiviert Sie?

Was mich persönlich antreibt, ist zum einen die Neugier, ist das Interesse am Menschen und an seinem Handeln – etwas, was ich mir aus der Kindheit erhalten habe. Mit meinen Gesprächen möchte ich u.a. dazu beitragen, dass die Kunden sich in ihrem Handeln bestärkt fühlen und Dinge bewältigen, vor denen sie sonst möglicherweise kapituliert hätten.

Zum anderen ist es aber auch das Gespräch als solches. Gute Gespräche haben mich schon als Kind fasziniert. So habe ich den Gesprächen der „erwachsenen“ Gäste meiner Eltern gespannt zugehört. Worüber sprechen sie? Was bewegt sie? Was gibt es neues? Im Fernsehen habe ich als Jugendlicher „Talkshows“ gesehen. Unvergesslich „Heut´ Abend“ mit Joachim Fuchsberger oder „Boulevard Bio“ mit Alfred Biolek. Auch heute noch bin ich begeistert, wenn in Talkshows gerade unbekanntere Menschen über ihr Leben sprechen. Ich lese gerne kluge Interviews und Bücher, die Gespräche wiedergeben. In guten Gesprächen entsteht etwas. Aus guten Gesprächen nehmen wir etwas mit und das motiviert und begeistert mich.

Was haben Kunden im Nachgang eines Gespräch über gravierende Veränderungen – ob beruflich oder privat – konkret berichtet?

Auffällig oft haben Kunden mir berichtet, dass sie im Zuge der Gespräche den Mut gefunden haben, Entscheidungen zu treffen. Eine Unternehmerin drückte es so aus: „In diesem Jahr mit Ihnen bin ich gewachsen.“ Sie gehört zu dem großen Kreis derer, die wichtige unternehmerische Entscheidungen über viele Jahre hinweg vermieden und nun endlich angepackt haben. Ein anderer Kunde hat mir erklärt, er persönlich arbeite mittlerweile nur noch die Hälfte, sein Unternehmen mache aber doppelt so viel Gewinn – einfach weil wir seine Prioritäten neu gesetzt haben, er sich auf das konzentriert, was ihm wirklich wichtig ist und er gelernt hat, zu delegieren.

Dies scheint mir ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg zu sein. In diesem Zusammenhang spreche ich nicht so gern von Änderungen bzw. Veränderungen, sondern lieber von Entwicklungen. Dies beinhaltet die Vorstellung, dass eine Verbesserung der Situation nicht eine völlige Abkehr von allem Bisherigen erfordert, sondern auf dem bereits Erreichten aufbaut. Die Gespräche mit meinen Kunden bestätigen mich immer wieder in der Einsicht, dass es nicht rigorose Umwälzungen sein müssen, die uns erfolgreicher machen, sondern viele kleine, kluge Entscheidungen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 2: Ihr Bedarf

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 2: Ihr Bedarf

Gespräche mit meinen Kunden zu führen, ist ein immer wichtigerer Bestandteil meiner Leistungen – wenn nicht sogar der wichtigste! Was dies genau für meine Gesprächspartner bedeutet, wie es funktioniert und warum es funktioniert – das möchte ich Ihnen in dieser dreiteiligen Blogreihe erklären.

Und was liegt näher, als dieses Thema im Rahmen eines Gesprächs anzugehen? Deshalb habe ich mit dem PR-Journalisten Frank Beushausen ein Interview geführt, das Ihnen die Facetten des Gesprächs näher bringen soll. Im ersten Teil sprachen wir darüber, was ein solches Gespräch ist und welchen Mehrwert es bietet. Im zweiten Teil widmeten wir uns der Frage, aus welchen Anlässen und Bedürfnissen heraus meine Kunden mit mir sprechen.

Lesen Sie hier den 2. Teil des Interviews:

Herr Hagen, geht es bei Ihren Gesprächen eigentlich immer nur um die Unternehmen Ihrer Gesprächspartner oder auch um private Dinge?

Vordergründig sind es in der Regel unternehmensbezogene Anlässe. Wie kann ich mein Geschäft ausbauen, die Prozesse optimieren, die Motivation stärken? Solche Fragen sind als Ausgangspunkt unserer Gespräche recht typisch.

Aber in vielen Fällen zeigt sich sehr schnell, dass es noch ganz andere Themen gibt, die diesen Menschen bewegen – z.B. sehr häufig die familiäre Situation. Es ist immer wieder so, dass private Anliegen die berufliche Situation bestimmen oder überlagern. Dann widmen wir uns konzentriert genau dieser Situation. Wenn mein Ansprechpartner in einer tiefgreifenden Schaffens- oder Lebenskrise steckt oder schwer erkrankt ist, müssen wir uns nicht über Leasingmodelle für den Firmenfuhrpark unterhalten. Dann steht der Mensch im Mittelpunkt, und es geht nur darum, diese Krise zu bewältigen.

Kommt es häufig vor, dass Unternehmer sich Ihnen mit ihren privaten Problemen und Gedanken öffnen?

Ja, das ist inzwischen völlig normal. Wenn jemand sich ausschließlich über seinen Job und die anstehenden Entscheidungen unterhalten möchte, ist das völlig ok. Aber die Erfahrung zeigt, dass meine Kunden sehr gern die Gelegenheit wahrnehmen, sich vom rein Oberflächlichen zu lösen und sich einer Person zu öffnen, die Offenheit, Verständnis und den Willen mitbringt, nachhaltige Lösungen zu finden.

Warum sind gerade Sie als Unternehmerberater hier der richtige Ansprechpartner?

„Ein Gespräch mit Stefan Hagen zu führen“, bedeutet, dass ich mich ganz auf meinen Gesprächspartner konzentriere und einlasse. Das ist für mich nicht nur Teil meines Berufs, sondern meine Berufung. Dazu gehören Leidenschaft, Sachkenntnis und viel Erfahrung. Und ebenso mein außergewöhnliches Gespür für Menschen. Darum ist das Gespräch immer ergebnisoffen, und der Inhalt darf gern thematisch springen – „von Hölzchen zu Stöckchen“, wie man so schön sagt. Entscheidend ist, was meinen Kunden gerade am meisten bewegt. Wobei ich, wie bereits gesagt, das anfänglich vereinbarte Ziel der Zusammenarbeit, nie aus den Augen verliere und immer wieder darauf zurückkomme.

Wenn Sie also auch über private und zum Teil sehr persönliche Anliegen sprechen – wo ist da die Grenze?

Auf der unternehmensbezogenen, fachlichen Seite gibt es natürlich Grenzen überall dort, wo Spezialwissen erforderlich ist. Wird beispielsweise ein Unternehmensberater mit langjähriger Erfahrung in der Unternehmensnachfolge, bei der Unternehmenssanierung oder in Insolvenzangelegenheiten benötigt, gebe ich gern entsprechende Empfehlungen. Erst recht gilt dies bei den privaten und persönlichen Themen, wenn ich feststelle, dass professionelle Unterstützung z.B. durch einen Mediziner oder Psychologen etc. gefordert ist.

Ich behaupte nicht, für alle Fragen die ultimative Lösung zu kennen, aber ich weiß, wie ich dem Kunden dabei helfen kann, selbst Lösungen zu finden und wen er gegebenenfalls ansprechen kann, damit mein Kunde kompetente Unterstützung bekommt.

Fortsetzung folgt... Der 3. Teil des Interviews beschäftigt sich mit der Nachhaltigkeit unserer Gespräche – eine Erfolgsbilanz.

 

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 1: Ihr Mehrwert

Ihr Gespräch mit Stefan Hagen – das Interview – Teil 1: Ihr Mehrwert

Gespräche mit meinen Kunden zu führen, ist ein immer wichtigerer Bestandteil meiner Leistungen – wenn nicht sogar der wichtigste! Was dies genau für meine Gesprächspartner bedeutet, wie es funktioniert und warum es funktioniert – das möchte ich Ihnen in dieser dreiteiligen Blogreihe erklären.

Und was liegt näher, als dieses Thema im Rahmen eines Gesprächs anzugehen? Deshalb habe ich mit dem PR-Journalisten Frank Beushausen ein Interview geführt, das Ihnen die Facetten des Gesprächs näher bringen soll. Seien Sie gespannt!

Lesen Sie jetzt den 1. Teil des Interviews:

 

Herr Hagen, wie hängen Coaching, Beratung und Ihre Gespräche zusammen – und was unterscheidet sie voneinander?

Stark verkürzt gesagt bedeutet Coaching eine Hilfe zur Selbsthilfe um z.B. selbst Lösungen zu finden, während die Beratung einen Lösungsweg aufzeigt. In meinen Gesprächen kommen sicherlich beide Aspekte zum Tragen – allerdings deutlich erweitert um die von mir so genannte „subjektive Neutralität“. Darunter verstehe ich, dass ich im Gegensatz zu dem Coach, ein Stück weit meine Neutralität aufgebe und Partei für meinen Kunden ergreife. Das heißt aber nicht, dass ich alles gut finden muss, was er macht oder vorhat. Denn ich überprüfe selbstverständlich seine Ideen hinsichtlich der Realisierbarkeit und gebe, wenn es angebracht ist, mein ehrliches Feedback. Auch wenn die Entscheidung dann letztlich bei ihm bleibt. Diese subjektive Neutralität ist oft eine Gradwanderung und bedingt, den Menschen in seiner beruflichen Funktion, aber eben auch einfach als Menschen mit seinen ganz persönlichen Wünschen, Hoffnungen, Ängsten oder Zielen etc. zu betrachten.

So können wir in einem Moment über die Neuausrichtung des Unternehmens sprechen; im nächsten Augenblick geht es um familiäre Themen, die meinen Kunden gerade sehr aufgewühlt haben, oder um den nächsten Urlaub.

Das Gespräch ist also sehr offen, ehrlich und persönlich, und ich nutze dabei nur dann Coachingmethoden und Tools, wenn es sich aus dem Gespräch ergibt. Der Kunde nimmt dies nur selten wahr, da für ihn das Gespräch im Vordergrund steht, nicht eine bestimmte Methode oder eine feste Gesprächsstruktur. Ich lasse mich vollständig auf meinen Gesprächspartner ein und klammere mich dabei nicht an Methoden fest – seien sie aus dem Coaching oder der Beratung.

Bedeutet dies, dass Sie das Gespräch mit Ihrem Kunden ohne klares Ziel und ohne feste Struktur führen – ganz nach dem Motto: „Lassen Sie uns einfach miteinander reden“?

In der Struktur bleibt das Gespräch flexibel, aber das eigentliche Ziel darf nie ganz aus dem Blickfeld geraten. Haben wir beispielsweise anfangs vereinbart, einen Weg zu entwickeln, mit dem das Unternehmen meines Kunden mehr Umsatz macht, werde ich im Laufe der Gespräche sicher immer wieder nachhaken, welche konkreten Maßnahmen seit dem letzten Austausch ergriffen wurden und wie diese wirken.

Außerdem möchte ich an dieser Stelle deutlich zwischen Reden und Sprechen unterscheiden: Wenn zwei Menschen reden, heißt das noch lange nicht, dass sie miteinander sprechen. Denn Reden hat oft etwas Aggressives, Einseitiges oder Rechtfertigendes an sich.

Der Benediktinerpater Anselm Grün weist immer wieder darauf hin, dass „Reden“ vom mittelhochdeutschen Wort „rede = Rechenschaft“ kommt und mit „rechnen, abzählen“ zusammenhängt. „Sprechen“ hingegen kommt seiner ursprünglichen Bedeutung entsprechend aus dem Herzen. Hiermit eng verwandt ist das Zusprechen: Durch Zusprechen richte ich den Anderen auf. Nur wenn wir offen miteinander sprechen, entsteht ein Gespräch. Und so möchte ich eine Verbundenheit mit meinem Gesprächspartner herstellen. Mit meiner Erfahrung aus unterschiedlichsten Branchen soll er neue Perspektiven kennenlernen, um sich seinem Ziel entsprechend weiterzuentwickeln.

Ersetzt das Gespräch dann ein Coaching bei Ihnen?

Das Gespräch ist kein Ersatz, sondern ein ganz eigenständiger Ansatz, der das Coaching  ergänzen kann. Während ich als Coach absolut neutral sein sollte, bin ich bei meinen Gesprächen durchaus auch subjektiv! Das bedeutet, dass ich auch meine Meinung äußere – ob sie nun mit der Auffassung meines Gesprächspartners übereinstimmt oder nicht.

Ein weiterer Punkt ist, dass das Coaching ein Prozess ist, mit einem klaren Anfang und einem eindeutigen Ende, während dies bei den Gesprächen nicht festgelegt ist. Der Verlauf und die Dauer – nicht nur im einzelnen Gespräch, sondern über den längeren Zeitraum hinweg – richten sich ganz nach dem Kunden.

Wie muss man sich dies in der Praxis vorstellen?

Es gibt sogenannte Einzelgespräche. Also Kunden, die sich bei einem akuten Gesprächsbedarf melden – meistens telefonisch – nach dem Motto: „Kann ich Sie mal kurz sprechen?“ Das kann dann von 30 Minuten bis zwei Stunden meist telefonisch, bis vier Stunden dauern oder einen Tag in Anspruch nehmen, wenn es erforderlich ist. Letzteres natürlich dann persönlich.

Der häufigere Fall sind jedoch regelmäßige Gespräche – sei es in sehr kurzen Intervallen, monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich. Die Kunden, mit denen ich hierüber eine Vereinbarung getroffen habe, bekommen immer innerhalb von 24 Stunden eine persönliche Rückmeldung – selbstverständlich außerhalb des Urlaubs und der Wochenenden. Der Kontakt erfolgt je nachdem, wie wir dies im Einzelfall festgelegt haben: per Telefon, Skype, E-Mail oder Facebook etc. – also möglichst direkt und zeitnah. Häufigkeit und Intensität unserer Gespräche ändern sich oftmals im Verlaufe unserer Zusammenarbeit, und dann passen wir die Vereinbarung natürlich bedarfsgerecht an.

Wer sind Ihre typischen Ansprechpartner?

Meine Kunden sind hauptsächlich Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter, Selbstständige und Freiberufler. Es verwundert also nicht, dass das Fällen von Entscheidungen und die Unternehmensentwicklung häufige Themen sind, wie auch der Umgang mit Mitarbeitern, die strategische Neuausrichtung des Unternehmens und vieles mehr. Und wie gesagt sind es immer wieder auch private und persönliche Anliegen, die meinen Kunden auf der Seele liegen.

Die sprichwörtliche „Einsamkeit an der Spitze“ betrifft nämlich längst nicht nur Vorstandsvorsitzende von großen Konzernen, sondern auch Führungskräfte von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Hier bin ich der Sparringspartner, der einerseits genug Abstand hat, um unbefangen eine eigene Einschätzung zu erlangen, andererseits aber auch über viel Empathie, Verständnis und Know-how verfügt. So kann ich die echten oder vermeintlichen Zwänge nachvollziehen und aus meinen reichhaltigen Erfahrungen wertvolle Hinweise geben.

Fortsetzung folgt... In Teil 2 des Interviews geht weiter mit den Gesprächsinhalten und dem individuellen Bedarf.

Unsere Berufung braucht professionelle Grenzen

Unsere Berufung braucht professionelle Grenzen

Es ist ein Glück, seine Berufung zu erkennen. Immer wieder lerne ich Menschen kennen, die mit großem Engagement ihrer Leidenschaft folgen und sogar aus ihrer Berufung, einen Beruf machen. Nicht nur als Selbstständige oder Unternehmer, auch als Mitarbeiter oder Beamte.  

Nur, wie finden wir unsere Berufung? Dazu gibt es viele Bücher, die das Finden unterstützen können. Die Erfahrungen meiner Kunden und auch meine persönlichen zeigen mir, dass wir unserer Berufung nicht finden, sondern dass die Berufung uns findet. Manche findet sie früher, sowie einen jungen Friseur, der mittlerweile Weltmeister ist und einen großen Salon übernommen hat. Er erzählte mir einmal, dass er bereits mit 14 wusste, dass er nicht Friseur wird, sondern dass er einer ist. Manche aber auch erst später, nach vielem Ausprobieren, vielen Wegen in die falsche Richtung, nach vielen Wendungen oder auch Schicksalsschlägen im Leben. So wie bei mir, der ich erst nach einer lebensbedrohlichen Erkrankung und deren Verarbeitung erkannte, dass das Gespräch mit Menschen meine Berufung ist. 

Wenn ich meiner Tochter für ihr Leben etwas wünsche, u.a. dass ihre Berufung sie früh findet und dass sie den Mut hat, daraus einen Beruf zu machen. Denn es ist ein Glück, nicht nur einen Beruf haben zu müssen, sondern haben zu dürfen. Und ich wünsche ihr, dass sie erkennt, dass die Berufung ein Teil ihres Lebens ist. Eben ein Teil. 

Denn die Berufung braucht auch Grenzen. Viele meiner Kunden brennen für ihren Beruf, für ihre Berufung. Sie brennen so stark, dass sie ausbrennen, weil sie vergessen, dass Feuer auch Sauerstoff braucht und sie selbst keine Luft mehr holen. Sie sind so begeistert von dem was sie tun, dass sie gar nicht mehr differenzieren zwischen Berufung und Beruf. Oder dass sie gegenüber anderen nicht mehr differenzieren, zwischen Dienstleistung und Freundschaft. 

Genau das habe ich in diesem Monat wieder einmal erlebt. Nach einem langen Gespräch mit einem Freund über sein Unternehmen, seine Situation, seine Stärken, seine Perspektiven und seine möglichen Schritte. Ein Gespräch, in dem ich konzentriert zuhörte, mitdachte, Zusammenhänge herstellt, Fragen stellte, stärkte, seine Ideen sortierte, motiviert. Eben ein typisches Gespräch mit Stefan Hagen. Ein Gespräch, für das ich keine Rechnung stellen, er aber bezahlen wollte. Für mich war es ein freundschaftliches, für ihn war es ein hilfreiches Gespräch. Für mich war es Berufung, für ihn war es Beruf. Eine Situation, die ich oft erlebe, weil auch ich viel zu selten Grenzen setze. Eine Situation, an der ich verbrennen kann, weil ich häufig mal eben mit jemanden spreche, ohne dies abzurechnen. Und das auch noch in Zeiten, in denen ich eigentlich Luft holen wollte. 

Was ich daraus gelernt habe? 

Wenn wir unsere Berufung zu unserem Beruf machen, sollten wir Grenzen ziehen. Wenn wir unsere Berufung zum Beruf machen, müssen wir die Balance zwischen brennen und verbrennen finden. Erst wenn wir konsequent dazu stehen, dass wir mit dem was wir gut und vor allem gerne machen, nicht nur emotionales, sondern auch ein monetäres Honorar bzw. Lohn oder Gehalt erhalten wollen, wird unsere Berufung zum Beruf und wir können davon leben. Unsere Berufung braucht professionelle Grenzen, sonst verbrennen wir.  

„Es gibt einen Platz, den du füllen musst, den niemand sonst füllen kann; und es gibt etwas für dich zu tun, dass niemand sonst tun kann.“ Plato

 

Warum ich nicht mehr mit Ihnen rede – sondern spreche!

Warum ich nicht mehr mit Ihnen rede – sondern spreche!

Heute mal etwas in eigener Sache. Na ja, eigentlich geht es ja doch um Sie, wenn Sie mit mir reden wollen. Worüber ich mich natürlich freue. Aber ich will nicht mit Ihnen reden. Ich will mit Ihnen SPRECHEN.

Haarspalterei? Nein! Denn zwischen „reden“ und „sprechen“ gibt es einen gewaltigen Unterschied. 

Das Worte „Rede“ kommt vom mittelhochdeutschen und von dem Wort „Rechenschaft“. Sie sollen aber mir gegenüber keine Rechenschaft ablegen. Ja, oft vereinbaren wir in unseren Gesprächen etwas, was Sie bis zum nächsten Gespräch machen wollen. Oft wird es dann aber doch nicht gemacht. Dennoch frage ich nie, warum es nicht gemacht wurde. Selbst wenn mich der Grund interessiert. Aber Sie brauchen sich nicht rechtfertigen.

Auch hat „reden“ in unserem Sprachgebrauch etwas Aufdringliches. Häufig wollen wir mit jemanden etwas „be-reden“, jemanden etwas „aus-reden“, oder sogar „ein-reden“. Reden hat etwas Belehrendes. Soll ich Sie belehren? Nein, das brauchen Sie nicht.

Sicher kennen Sie Pater Amseln Grün. Er sagt: „Reden schafft keine Beziehung. Eine Beziehung entsteht nur, wenn wir sprechen.“ Und er meint, dass „sprechen“ von „knistern, prasseln, bersten“ kommt. Und genau das beschreibt sehr gut, was ich häufig erleben, wenn ich mit Menschen spreche. Es berste wörtlich aus ihnen heraus, es kommt aus ihrem Herzen. Weil es um das Thema geht, über das sie sprechen möchten. So entsteht ein Miteinander, ein gegenseitiger Austausch mit Verständnis. Es entsteht eine persönliche Beziehung.

Das ist wichtig. Oder wollen Sie ein bloßes Gerede? Viele Unterhaltungen in Unternehmen, mit Mitarbeitern, mit Führungskräften, mit Freunden und Kollegen sind bloßes Gerede. Inhaltslos, belehrend, unpersönlich.

Dafür ist unsere (Lebens-) Zeit zu wichtig. Wir brauchen kein Gerede. Wir brauchen ein Gespräch. Was ein gutes Gespräch aus meiner Sicht ausmacht? Darüber will ich gerne mit Ihnen sprechen, bzw. in diesem Fall schreiben. Es wird noch einen Blogg-Beitrag dazu geben.

Also, lassen Sie uns nicht mehr miteinander reden. Lassen Sie uns miteinander sprechen.

 

 

 

Stefan Hagen bloggt  ...all das, was er schon immer loswerden wollte.

logo
Stefan Hagen
In der Bicke 21
51688 Wipperfürth
Telefon +49 (0) 22 67 87 18 83
info@stefan-hagen.com
www.stefan-hagen.com

Raus aus der Denkschleife

Warum Ihr Ansprechpartner für einen guten Austausch auch das Nichtgesagte hören muss.
Seit mehr als zwanzig Jahren sprechen Menschen mit mir über ihr Unternehmen, ihre Probleme, ihre Ideen, Wünsche, Ziele, über sich...  weiterlesen

Aktuelle Beiträge

Copyright © Website by linkemann