...all das, was er schon immer loswerden wollte.

Warum ich nicht mehr mit Ihnen rede – sondern spreche!

Warum ich nicht mehr mit Ihnen rede – sondern spreche!

Heute mal etwas in eigener Sache. Na ja, eigentlich geht es ja doch um Sie, wenn Sie mit mir reden wollen. Worüber ich mich natürlich freue. Aber ich will nicht mit Ihnen reden. Ich will mit Ihnen SPRECHEN.

Haarspalterei? Nein! Denn zwischen „reden“ und „sprechen“ gibt es einen gewaltigen Unterschied. 

Das Worte „Rede“ kommt vom mittelhochdeutschen und von dem Wort „Rechenschaft“. Sie sollen aber mir gegenüber keine Rechenschaft ablegen. Ja, oft vereinbaren wir in unseren Gesprächen etwas, was Sie bis zum nächsten Gespräch machen wollen. Oft wird es dann aber doch nicht gemacht. Dennoch frage ich nie, warum es nicht gemacht wurde. Selbst wenn mich der Grund interessiert. Aber Sie brauchen sich nicht rechtfertigen.

Auch hat „reden“ in unserem Sprachgebrauch etwas Aufdringliches. Häufig wollen wir mit jemanden etwas „be-reden“, jemanden etwas „aus-reden“, oder sogar „ein-reden“. Reden hat etwas Belehrendes. Soll ich Sie belehren? Nein, das brauchen Sie nicht.

Sicher kennen Sie Pater Amseln Grün. Er sagt: „Reden schafft keine Beziehung. Eine Beziehung entsteht nur, wenn wir sprechen.“ Und er meint, dass „sprechen“ von „knistern, prasseln, bersten“ kommt. Und genau das beschreibt sehr gut, was ich häufig erleben, wenn ich mit Menschen spreche. Es berste wörtlich aus ihnen heraus, es kommt aus ihrem Herzen. Weil es um das Thema geht, über das sie sprechen möchten. So entsteht ein Miteinander, ein gegenseitiger Austausch mit Verständnis. Es entsteht eine persönliche Beziehung.

Das ist wichtig. Oder wollen Sie ein bloßes Gerede? Viele Unterhaltungen in Unternehmen, mit Mitarbeitern, mit Führungskräften, mit Freunden und Kollegen sind bloßes Gerede. Inhaltslos, belehrend, unpersönlich.

Dafür ist unsere (Lebens-) Zeit zu wichtig. Wir brauchen kein Gerede. Wir brauchen ein Gespräch. Was ein gutes Gespräch aus meiner Sicht ausmacht? Darüber will ich gerne mit Ihnen sprechen, bzw. in diesem Fall schreiben. Es wird noch einen Blogg-Beitrag dazu geben.

Also, lassen Sie uns nicht mehr miteinander reden. Lassen Sie uns miteinander sprechen.

 

 

 

Was hat ein Mind-Set mit einem Fliesenleger zu tun?

Was hat ein Mind-Set mit einem Fliesenleger zu tun?

Im ersten Moment nichts. Und doch sehr viel.

Zumindest mit einem Unternehmergespräch, das ich diese Woche führte und in dem mir ein Unternehmer sagte, dass sein Mind-Set an einem wichtigen Termin nicht gepasst hat. „Mind-Set. Oh, ein neues Wort in seinem Sprachbrauch.“, dachte ich. Denn es entsprach so gar nicht seiner üblichen, klaren und sehr pragmatischen Ausdrucksweise. Erst später fragte ich mich, woher dieses Wort in seiner Wortwahl plötzlich stammt. Was sollte das? „Ich war einfach nicht gut drauf!“, wäre seine übliche Ausdrucksweise gewesen. Aber „Mind-Set“? Nein, das war nicht mein Unternehmer.

Der Zusammenhang wurde mir schnell klar. Durch neue Entwicklungen ist er in der letzten Zeit mit meinen Kollegen, vor allem mit Coaches, Beratern und sog. Erfolgsexperten, die unser Mind-Set sofort auf Erfolg umprogrammieren wollen, in Kontakt gekommen. Das ist gut, denn das hat ihn in seiner Entwicklung sehr gefördert. Nur stelle ich plötzlich Sprachmuster bei ihm fest, die nicht zu ihm passen: „Berater-Speak“ oder besser „Berater-Bullshit-Bingo“.

Und was hat das jetzt mit einem Fliesenleger zu tun?

Vor vielen Jahren war ich Geschäftsführer einer Bauträgergesellschaft. Bei den Baumaßnahmen beauftragte ich gerne einen bestimmten Fliesenleger, obwohl er etwas teurer als seine Kollegen war. Denn er war nicht nur Fliesenleger, ein sehr guter übrigens, sondern auch Bauleiter. Wenn er auf der Baustelle war, schaute er nicht nur auf sein Gewerk, sondern auch auf die der anderen. Und wenn er Murks auf der Baustelle sah, sprach er seine Kollegen an und fragte sie: „Sag mal, würdest Du das für Dich zu Hause auch so machen?“ Meist kam die Antwort: „Nein.“ „Warum machst Du es denn hier?“. Und schon wurde der Baumangel ohne großes Theater behoben.

An ihn erinnerte ich mich heute. Und ich stellte mir die Frage, ob mein Unternehmer und vor allem die Menschen, die ihm dieses Berater-Speak beibringen, dieses Bullshit-Bingo auch zu Hause verwenden. So nach dem Motto: „Na Schatz, wie war Dein Tag?“ „Ach, heute hat mein Mind-Set nicht gepasst“.

Sagen die das wirklich? Meine Frau würde mich jagen. Mit Recht. Aber wenn sie sich nicht zu Hause so ausdrücken, warum machen sie in ihrem Beruf? Weil Sie eloquent erscheinen wollen? Weil Sie Wissen demonstrieren wollen? Weil es zeigen wollen, dass Sie dazu gehören?

Wenn die das brauchen, gerne. Ich halte es wie mein Fliesenleger. Ich rede mit meinem Kunden, so wie ich es auch zu Hause mache. Meine Familie, meine Freunde und auch meine Kunden kennen mein Wissen und ich weiß, zu wem ich gehöre.

Lassen Sie uns so miteinander sprechen und arbeiten, wie wir es auch zu Hause machen.

So, jetzt geht es mir wieder gut bzw. mein Mind-Set passt wieder.

 

 

Stefan Hagen bloggt  ...all das, was er schon immer loswerden wollte.

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